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5. Oktober 2010
05.10.2010 20:52:13

Heute habe ich die Aussparung in das Parierblech aus Bronze gebohrt, gesägt und gefeilt. In diese Aussparung wird später die Angel des Schwertes geschoben und darüber kommt noch eine "Unterfütterung" aus Birnenholz. Bilder vom heutigen Tag habe ich unter "Aktuelle Projekte" eingestellt.

2. Oktober 2010 - später Nachmittag bis Abends
02.10.2010 21:24:04

Heute Nachmittag habe ich mich auf den Weg gemacht, um mir in St. Wendel die noch fehlenden Sachen für die Härtung meines keltischen Schwertes zu besorgen. Das war ein sehr schwieriges Unterfangen, da ich so etwas noch nie getan habe und den Prozess der Härtung von Schwertern nur theoretisch in meinen Hirnwindungen mit mir herumgetragen habe. Da galt es dann das Theortische irgendwie in die Praxis umzusetzen. Die erste Überlegung war: Was brauche ich alles für dieses Gewerk und wie setze ich das zu Hause mit meinen bescheidenen Mitteln (meine Esse ist ein Säulgrill) um? Wie füge ich diesem Säulengriff genügen Luft zu, um ein Schwert mit einer Klingenlänge von 75 cm gleichmäßig zu glühen? Wie kann ich anschließend das glühende Schwert in einem Ölbad härten? Der naheliegendste Gedanke war ein Plastikrohr, wie man es im Hausbau für das Abflusssystem verwendet. Also habe ich mir eine Rohr von 1 Meter Länge und einem Durchschnitt von 11 cm gekauft, dazu eine Bodenplatte, die das Rohr nach unten mittels Dichtungsring aus Gummi dicht verschließt, so dass kein kostbares Öl auslaufen kann. Wäre auch eine elende Sauerei geworden. Aber wieviel Öl passt in so ein Rohr mit der vorgenannten Größe? Da wäre mathematisches Gespür erfordert gewesen. Zu Hause hatte ich für das Härten meiner römischen und keltischen Messer breits ein Gefäß mit zirka 8 Liter Rapsöl. Wieviel würde dann noch fehlen, um die Säule des Plastikrohres zu füllen? Ich habe dann mal auf gut Glück 10 Flaschen à 1 Liter Rapsöl gekauft. Zu Hause musste ich jedoch feststellen, dass mit den o. g. 8 Litern "Altöl" von meinen Messern das Rohr schon fast gefüllt war. Die Sauerei blieb natürlich nicht aus, weil mindestens ein Liter Öl beim Umfüllen neben dran lief. Macht sich hervorragend auf der gepfIasterten Terrasse. Ich habe noch knapp 3 Flaschen Öl hinzugießen müssen, so dass ich dann doch ganze 7 Flaschen Öl zuviel gekauft hatte. Macht nichts, kann ich zurückgeben, denn ich habe ja noch den Kassenzettel. Zum Glück hielt das Rohr dicht.


Zum Belüften des Holzkohlefeuers habe ich mir ein 1/2" Rohr gekauft, eine rechtwinklige Krümmung, eine Deckelplatte zum Aufschrauben sowie ein kleineres Rohr in derselben Größe. Das habe ich dann alles zusammengeschraubt, so dass ich eine rechtwinkelige Rohrkonstruktion aus Eisenrohren hatte. In das große Rohr, das zum Anfachen des Feuers bestimmt war, habe ich 5 mm große Löcher gebort, das Ganze dann an einen Fön angeschlossen und damit das Feuer nach dem Anzünden mit Holzkohleanzünder entfacht. Gleich war eine wunderbare Temperatur erreicht, die geeignet war, das Schwert zum Glühen zu bringen. Leider war die Fläche des Grills nicht groß genug, so dass ich trotz der diagonalen Anbringung des Luftzufuhrrohrs nicht genügend Platz hatte, um das Schwert in einem Stück glühen zu können. Ich habe also zuerst die Spitze geglüht und die ersten 2/3 des Schwertes und dann im Ölbad abgeschreckt. Danach habe ich das Schwert mit der Angelseite in das Schmiedefeuer gelegt und den restlichen Teil geglüht, anschließend ebenfalls im Ölbad abgeschreckt und mit Küchenrolle getrocknet. Das Schwert war durch die Hitze nun schwarz angelaufen (verzundert). Diese schwarze Schicht musste ich entfernen, damit ich beim Anlassen über dem Holzkohlefeuer an der Farbe des Schwertes erkennen konnte, ob die richtige Temperatur erreicht war. Die richtige Farbe des Schwertes, wenn die Anlasstemperatur stimmt, ist bronzeähnlich. Das dauerte dann auch gut 1 bis 2 Stunden, bis der gewünsche Effekt erzielt war. Nur hat sich das Schwert bei der Hitzebehandlung etwas verbogen, was ich durch Zurechtbiegen über dem Knie einigermaßen ausgleichen konnte. Am Griff (Angel) ist noch eine Krümmung vorhanden, die nicht so einfach wegzubiegen ist. Die muss ich durch erneutes Glühen und Ausschmieden beseitigen. Das ist auch kein großes Problem, da die Angel für das spätere Vernieten mit dem Schwertknauf ohnehin weichgeglüht werden muss. Das geht dann in einem hin. So weit die Theorie. Morgen schleife und poliere ich die Klinge, damit ich mir ein besseres Bild vom bereits Erreichten machen kann. Die Angel folgt dann ich der kommenden Woche. Aber das wird wahrscheinlich leicht zu beheben sein.


Wenn das Schwert morgen glatt geschliffen und poliert ist, werde ich es mit einem japanischen Wasserstein schärfen, um endlich feststellen zu können, wie "gefährlich" mein erstes selbst geschmiedetes Keltenschwert geworden ist. Auf jeden Fall ist es eine Waffe, von der so manch ein Kelte früher geträumt hat, wenn er in Kampfhandlungen verstrickt war und nur eine Lanze und ein Schild als Waffe mit sich führte. So ein Schwert war bei den Kelten ein Statussymbol. Das hatte nicht jeder. Es war sehr teuer, weil aufwendig herzustellen, so wie es auch heute noch sehr teuer ist, ein keltisches Schwert so originalgetreu wie möglich herzustellen.


Das Parierelement aus Bronze, sowie der darunterliegende Teil aus Holz, die Handhabe (Griff) und der Knauf werden Gegenstand eines weiteren Tagebucheintrages sein. Wenn Ihr Interesse habe, wie es weitergeht, wäre ich froh, Euch in den nächsten Tagen wieder auf meiner bescheidenen Seite begrüßen zu können.


Bis dann und bene valete,


Lucius

2. Oktober 2010
02.10.2010 00:26:29

Nachdem ich gestern Abend noch meine erste keltische Schwertklinge, die ich selbst hergestellt habe, fertig ausgeschliffen und poliert habe, plane ich für heute die Gestaltung des Parierelements aus Bronze. Das wird ein 3mm dickes Stück Bronzeblech, das ich noch auf die Abmessungen meines keltischen Schwertes anpassen muss. Mein keltisches Schwert soll in die Spätlatènezeit passen und ist aus diesem Grund als ein Hiebschwert gestaltet. Ich muss die Klinge "nur" noch härten und dann kann es mit der Fertigstellung weitergehen. Härten hört sich einfacher an, als es ist. Ich muss die zirka 75 cm lange Klinge gleichmäßig zum Glühen bringen, damit ich sie in einem Bad aus Rapsöl härten (abschrecken) kann. Danach muss ich die Klinge, bei der sich durch das Abschrecken das kristaline Gefüge in den Molekülen ausgerichtet hat, durch eine mäßige Erwärmung (Anlassen) bei zirka 180 ° C entspannen. Dadurch verschwinden die Spannungen in der Klinge und sie zerbricht nicht mehr, wenn man sie gegen einen anderen Gegenstand, z. B. ein anderes Schwert schlägt. Würde ich die Kllinge nach dem Härten fallen lassen, würde sie in tausend Stücke zerspringen, so als wäre sie aus Glas. Das wird noch ein spannender Akt, der mich die nächste Woche beanspruchen wird. Ich hoffe, dass ich mein keltisches Schwert zur 666 Jahr-Feier am nächsten Wochenende in Hoof fertig haben werde und sie ausstellen kann. Aber da fehlen dann ja noch der Griff, die Handhabe und der Knauf, der noch mit dem Schwert zu vernieten ist. Da soll mal einer sagen, Geschichte oder experimentelle Archäologie seien langweilig. Mein Leben wird dadurch ungemein bereichert.

1. Oktober 2010 - Vorbereitungen für die 666 Jahr-Feier in Hoof am nächsten Wochenende
16.01.2010 12:20:31

Wir haben uns heute im Dorfgemeinschaftshaus in Hoof getroffen, um die letzten Einzelheiten für die 666 Jahr-Feier am nächsten Wochenende zu besprechen. Ich bin erst an diesem Wochenende dazugestoßen, nachdem unser Ortsvorsteher die gute Idee hatte, dass ich mit meinen keltischen und römischen Repliken und Ausrüstungsgegenständen eine Ausstellung während unserer Jubiläumsfeier ausrichten könnte. Diesen Vorschlag habe ich nur zu gerne aufgegriffen, weil erst im Frühjahr dieses Jahres bei Ausgrabungen auf der Hoofer Flur Schermeshöhe Nachweise für eine keltische Besiedlung gefunden wurden. Das sind die ältesten eisenzeitlichen Beweise für eine Besiedlung unseres Dorfes. Damit ist bewiesen, dass das Dorf Hoof, bzw. dessen Gemarkung schon 2000 Jahre früher besiedelt wurde, als mit der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortsnamens Hoof im Jahre 1344 angenommen wurde. Dass sich hier im Ort an mehreren Stellen bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert gallorömische Siedler niedergelassen haben, war schon länger bekannt. So hat man vor zirka 14 Tagen bei Drainagearbeiten im Zusammenhang mit dem Bau einer Windkraftanlage römische Ziegel gefunden, die auf eine römische Ziegelei hindeuten. Die weiteren Erkenntnisse in diesem Zusammenhang versprechen spannend zu bleiben. Ich werde an gleicher Stelle weiter über die Sache berichten.




Obwohl ich am nächsten Wochenende mit meinem Keltenverein eine sehr interessante Veranstaltung im Moselörtchen Piesport besuchen wollte (Römisches Kelterfest), habe ich zugunsten meines Heimatdorfes umdisponiert, was mir nach einiger Übelegung nicht schwergefallen ist. Dort, wo man seine Wurzeln hat, soll man sich in erster Linie einbringen. Und das ist hier in meinem Heimatdorf Hoof!

Beitrag 2
16.01.2010 12:20:31
Text von Beitrag 2.
5 Elemente gesamt
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